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Anleitung: Expeditionsveranstaltungen

Das Internationale Jugendprogramm e.V.

Textnummer: 558406

Erstellt am 2005/10/29, zuletzt geändert am 2008/09/02

Der Rahmen darf die Expedition den Teilnehmern nicht aus der Hand nehmen – sie gehört ihnen. Es muss für die Jugendlichen immer auch Optionen außerhalb der Maßnahme geben und innerhalb des Rahmens muss genügend Planungsspielraum bleiben.

Der Rahmen darf die Expedition den Teilnehmern nicht aus der Hand nehmen – sie gehört ihnen. Es muss für die Jugendlichen immer auch Optionen außerhalb der Maßnahme geben und innerhalb des Rahmens muss genügend Planungsspielraum bleiben.

  1. Bei Expeditionsveranstaltungen („Expedition Events“) wird Jugendlichen von Erwachsenen ein Rahmen für Ausbildung, Probetouren oder Abschlussunternehmungen im Programmteil Expeditionen bereitgestellt. Das Spektrum reicht von gemeinsamen Ausbildungslagern oder Trainingscamps örtlicher Anbieterstellen bis zu multinationalen „Offenen Goldunternehmungen“ im In- und Ausland.

  2. Ausbildungslager sind in der Regel gut mit Zielen und Inhalten des Programmteils Expeditionen zu vereinbaren und werden deshalb hier nicht behandelt. Wird dagegen ein Rahmen für Probetouren und insbesondere Abschlussunternehmungen geboten, können derartige Konflikte anhängig von Teilnehmerzahl, Umgebung, Dauer und Design der Veranstaltung leicht auftreten.

  3. Mit Probetouren und Expeditionen im Rahmen von Expeditionsveranstaltungen wollen sich die beteiligten Verantwortlichen nicht das Leben leicht machen, sondern den Jugendlichen neue, herausfordernde Möglichkeiten im Programmteil Expeditionen bieten. Auf Erwachsenenseite lassen sich die Rollen von Aufsichtsperson und Gutachter leicht trennen und üben, Erfahrungsaustausch ergibt sich zwangsläufig und es ist sogar organisierte Weiterbildung möglich. Solche Angebote haben deshalb bei deutschen Anbietern Tradition seit 1994 (zwölftägiges „Sestola 1994“ im Apennin).

  4. Ein Rahmen wie eine Expeditionsveranstaltung darf vor allem die Expedition den Teilnehmern nicht aus der Hand nehmen – sie gehört ihnen. Es muss für die Jugendlichen immer auch Optionen außerhalb der Maßnahme geben und innerhalb des Rahmens muss genügend Planungsspielraum bleiben. Das „Ablaufschema für Teilnehmer“ gilt auch hier.

  5. Bei der Expedition ist die Expeditionsgruppe je nach Stufe zwei, drei oder vier Tage für sich unterwegs, jede Gruppe hat ihren eigenen Übernachtungsplatz. Der Veranstaltungsrahmen muss diese Abgeschiedenheit u.a. durch eine an die Möglichkeiten des Expeditionsgebiets angepasste Beschränkung der Gruppenzahl gewährleisten. „Massenabfertigung“ ist genau das Gegenteil von dem, was der Programmteil Expeditionen will. Auf Fotos ist deshalb immer nur eine Gruppe zu sehen.

  6. Für jede Programmstufe macht das Handbuch bezüglich des Expeditionsgeländes besondere Vorgaben. Wenn dasselbe Gebiet für Bronze- und Silbertouren genutzt werden soll, muss es sich um offenes Gelände handeln und auch die Bronzeteilnehmer müssen entsprechend ausgebildet sein. Das gleiche gilt für Bronze- und Silbergruppen in den Wildnisgebieten für Gold-Expeditionen.

  7. An Probetouren und Abschlussunternehmungen dürfen nur Jugendliche teilnehmen, die den Abschluss von Ausbildung und die erforderliche Zahl vom Probetouren im Begleitheft nachweisen können. Findet eine Expeditionsveranstaltung wie beim „Highlandsprojekt“ immer wieder am gleichen Ort statt, ist dabei darauf zu achten, dass Teilnehmer das Gebiet nicht schon aus früheren Jahren kennen.

  8. Anbieter dürfen im Programmteil Expeditionen nicht von Expeditionsveranstaltungen abhängig sein oder werden – diese sind in dieser Hinsicht höchstens als Hilfe zur Selbsthilfe sinnvoll. Das ist wiederum nur möglich, wenn bei Probetouren und Abschlussexpeditionen Verantwortliche der Anbieterstelle als Aufsichtspersonen und Gutachter mitwirken. Einfach seine Gruppe „abzustellen“ ist nicht möglich.

  9. Voraussetzungen für das Gelingen von Expeditionsveranstaltungen sind:
    >• genügend Zeit und Raum (gerade für die „kurzen“ Bronze-Expeditionen!);<br>• klare Ausrichtung bei Art (Trainingscamp oder Rahmen für Probetouren und Expeditionen), Programmstufen und Fortbewegungsarten;
    >• Zulassung nur einer kleinen Zahl von Gruppen mit jeweils mindestens einer Aufsichtsperson;<br>• frühzeitige Einbeziehung der Jugendlichen in Planung und Vorbereitung.

  10. Um das Expeditionshandwerk über „learning by doing“ zu vermitteln, bietet das Koordinationsbüro in Zusammenarbeit mit Programmanbietern zwei neue Formen des Expeditionslehrgangs an, zu denen ausgerüstete Gruppen für ein Ausbildungswochenende (Variante A) oder ausgebildete und ausgerüstete Gruppen zu Probe- bzw. Abschlussunternehmungen (Variante B) „mitgebracht“ werden können. Die Anmeldung von Expeditionsgruppen erfolgt dabei mit dem „Anmeldeformular für Gruppen bei Expeditionsveranstaltungen“.