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Expeditionen: Hinweise zur Jahresplanung

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 204003

Erstellt am 2005/10/18, zuletzt geändert am 2008/09/02

Erste-Hilfe-Kurs, Ausbildung nach Stoffplan, Probetour, Routenplanung, Expedition – und dazwischen Terminverschiebungen wegen Krankheit. Gruppen, die im Juli fertig sein wollen, beginnen deshalb im Herbst mit Planung und Vorbereitung.

Erste-Hilfe-Kurs, Ausbildung nach Stoffplan, Probetour, Routenplanung, Expedition – und dazwischen Terminverschiebungen wegen Krankheit. Gruppen, die im Juli fertig sein wollen, beginnen deshalb im Herbst mit Planung und Vorbereitung.

Außer für die Pfadfinder ist die Bronze-Expedition für Programmanbieter bzw. Anbieterstellen aufwendiger als die anderen drei Programmteile zusammen – vor allem die erste. „Es gibt hier in der Regel keine Einrichtungen oder Vereine wie z.B. beim Dienst ein Altersheim oder bei Fitness die DLRG, die mit Programmteilnehmern den gesamten Programmteil eigenständig gestalten und durchführen“, erklärt Katharina Vogel, die beim deutschen Programmherausgeber das Ressort Programmarbeit betreut und 1994 ihre Gold-Expedition zusammen mit britischen Seekadetten gemacht hat. Punktuell, z.B. für die Erste-Hilfe-Ausbildung, stünden zwar Kooperationspartner zur Verfügung, meist jedoch nicht „global“.

„Die Gesamtregie des Programmteils und bis auf den Erste-Hilfe-Kurs meist auch die Ausrichtung der umfangreichen Ausbildung und der Probetouren, die Überwachung der Routenplanung und der Expedition selbst liegt in der Regel bei den Anbietern selbst, die mit der Jugendprogramm-Expedition in der Regel völliges Neuland betreten“, so die Buchener Lehrerin weiter. Dies sei auch der Grund, warum der Programmteil Expeditionen im Programmhandbuch und beim Programmlehrgang so großen Raum beanspruche, ein verbindlicher Stoffplan für die Ausbildung der Jugendlichen einzuhalten sei und mit dem Expeditionsführer und dem Expeditionslehrgang sogar noch zusätzliche Hilfen angeboten würden. „Die Expedition ist nun einmal keine Wanderung im üblichen Sinn, sondern eine völlig eigenständige, von Erwachsenen nicht begleitete Mehrtagestour – die Anbieter haben hier eine riesige Verantwortung.“

Der Zeitaufwand für Helfer und Teilnehmer sei gerade auf der einführenden Bronze-Stufe erheblich und müsse deshalb bei der Jahresplanung frühzeitig berücksichtigt werden. „Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Expedition die einzige Gruppendisziplin ist und deshalb Termine abgesprochen, eingehalten und bei Krankheit ggf. auch verlegt werden müssen“. Das Einhalten der Termine bereite manchen, sehr beschäftigten jungen Leuten Probleme und sei deshalb bereits beim Programmstart anzusprechen. „Ohne die Wochenenden für Ausbildung und Probetouren gibt es keine Expedition und ohne Expedition keinen Programmabschluss.“ Dabei müsse klargestellt sein, dass Ersatztermine für Probetouren und Expeditionen nur in wirklich schwerwiegenden Fällen wie Krankheit möglich sind.

Wie sieht das nun konkret aus? „Da die Aufgaben überall gleich sind, ähneln sich auch die Lösungen.. Start mit dem Erste-Hilfe-Kurs, dann Ausbildungskurs gemäß Stoffplan sowie ggf. der Fortbewegungsart, darauf eine oder zwei Probetouren und schließlich die Vorbereitung und Durchführung der Expedition selbst.“ Als aktuelles und auch im internationalen Vergleich typisches Beispiel nennt sie das Schema der Europäischen Schule München. „Unsere Freunde beginnen mit einem Erste-Hilfe-Kurs mit den Johannitern. Darauf folgen ein Wochenend-Grundausbildungskurs sowie eine Tagestour mit vollem Gepäck und warmem Mittagessen, die zweitägige Übungsexpedition und die Expedition selbst.“

Da es hier um Expeditionen zu Fuß gehe, enthalte dieses Beispiel nicht die Zeit, die bei anderen Fortbewegungsarten wie Segeln oder Reiten für die entsprechende Ausbildung anzusetzen ist. „Wenn eine Gruppe noch nie gepaddelt ist, dauert es eine ganze Weile, bis alle den für Bronze-Expeditionen international vorgeschriebenen Mindeststandard für Kanu-Expeditionen erreicht haben.“ Dieses Training müsse daher vor der eigentlichen Expeditionsausbildung oder parallel zu ihr durchgeführt werden, z.B. im Rahmen des Programmteils Fitness.

„Das sieht nach einem Berg von Arbeit aus und ist es sicher auch – jedem Verantwortlichen muss dies von Anfang an bewusst sein. Davon braucht man sich aber nicht abschrecken zu lassen. Denn die Praxis zeigt, dass auch der Programmteil Expeditionen mit der Teilnahme an Programm- und Expeditionslehrgang, einer kleinen ersten Generation von Jugendlichen, rechtzeitiger und gründlicher Planung sowie vor allem konsequentem Teamwork mit vertretbarem Zeitaufwand durchgeführt werden kann und nicht nur den Teilnehmern, sondern auch den Helfern riesigen Spaß macht.“ Schon beim zweiten Jahrgang sei erfahrungsgemäß alles viel leichter.