Grundlagen: System
Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.
Textnummer: 668800
Erstellt am 2009/04/13, zuletzt geändert am 2009/04/13
Der vierte Abschnitt des Handbuchkapitels „Philosophie und System“ stellt u.a. die Grundelemente des Lizenzsystems vor, beschreibt die wichtigsten Anforderungen an Programmanbieter und Anbieterstellen und beschreibt den Nutzen des Programms für Programmanbieter sowie das weltweite Programm.
Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.
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Der vierte Abschnitt des Handbuchkapitels „Philosophie und System“ stellt u.a. die Grundelemente des Lizenzsystems vor, beschreibt die wichtigsten Anforderungen an Programmanbieter und Anbieterstellen und beschreibt den Nutzen des Programms für Programmanbieter sowie das weltweite Programm.
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Herausgeber und Programmanbieter
Das Programm wird in jedem Land, in dem es eine bestimmte Qualität erreicht hat, im Auftrag der Internationalen Assoziation von einem Nationalen Programmherausgeber koordiniert. Der Herausgeber arbeitet nur in Ausnahmefällen selbst mit jungen Menschen. Er delegiert diese Arbeit stattdessen im Rahmen eines Lizenzvertrages an qualifizierte Einrichtungen und Organisationen („Programmanbieter“), die an einem oder mehreren Orten mit den Teilnehmern arbeiten („Anbieterstellen“).
Das Lizenzsystem umfasst deshalb die folgenden Grundrollen:
den Nationalen Programmherausgeber als Lizenzgeber;
als Programmanbieter anerkannte Lizenznehmer;
deren Anbieterstellen als Basiseinheiten, die junge Menschen zum Programm und zu den Aktivitäten in den Programmteilen führen und sie beim Teilnahmeprozess begleiten.
Am Programm kann man nur über einen Programmanbieter teilnehmen – entweder in einer Anbieterstelle oder als unabhängiger Teilnehmer (nur Goldstufe).
Anforderungen an Anbieter
Den Status von Programmanbietern oder Anbieterstellen können Einrichtungen und Organisationen erhalten, die mit jungen Menschen zwischen 14 und 25 arbeiten und die für die Arbeit mit dem Programm qualifiziert sind. Sie führen die praktische Arbeit mit dem Programm nach den Vorgaben des Handbuchs in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein in ihren Stellen eigenverantwortlich durch.
Um diesen Status zu erhalten, muss sichergestellt sein, dass die Einrichtung
das Programm in seiner ganzen Tragweite verstanden hat;
in der Lage ist, dessen Ziele und Standards zu sichern;
den für den reibungslosen Ablauf notwendigen Verwaltungsrahmen schaffen kann;
Kontinuität und Nachhaltigkeit garantiert.
Die Lizenz als Programmanbieter bzw. die Registrierung als Anbieterstelle wird vom Trägerverein alle drei Jahre überprüft. Rechte und Pflichten von Programmanbietern sind im Teil „Programmarbeit“ ausführlich dargestellt.
Gewinn für Programmanbieter
Die Lizenz als Programmanbieter erlaubt es Einrichtungen und Organisationen, jungen Menschen ein Programm anzubieten, das seine Qualität über viele Jahrzehnte unter Beweis gestellt hat, u.a. von der Unesco und den großen Weltjugendverbänden unterstützt wird und international großes Ansehen genießt. Programmanbieter können Status und Profil des Programms nutzen, um ihre Attraktivität für junge Menschen zu erhöhen und ihr vorhandenes Angebot zu erweitern.
Allen Einrichtungen und Organisationen, die das Programm einsetzen, bietet das Programm folgende Vorteile:
Durch die Differenzierung in unterschiedlich anspruchsvolle Programmstufen und die Möglichkeit, das Tempo des Prozesses selbst zu bestimmen, erhalten alle jungen Menschen eine greifbare Chance auf Leistung und Erfolg.
Programmanbieter und Anbieterstellen werden als Teil eines renommierten internationalen Netzwerkes wahrgenommen.
Vorhandene Angebote lassen sich unmittelbar nutzen und werden für Teilnehmer und Organisation aufgewertet.
Es gibt eine breite Palette an Hilfen für den Einsatz des Programms – u.a. Beratung, Medien, Lehrgänge und Treffen.
Wegen seiner Internationalität, Offenheit und Qualität ist das Programm für Freiwillige sehr attraktiv.
Das Entstehen von Netzwerken und Verbindungen im Gemeinwesen wird gefördert.
In einzelnen Bereichen ergeben sich durch das Programm außerdem spezielle Chancen, z.B.:
Jugendarbeit: Da das Programm junge Menschen befähigt, mehr Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, neue Talente zu entdecken, sich für andere einzusetzen und sich positiv in ihr Gemeinwesen einzubringen, kann es in der Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag leisten und ist ein ideales Qualifizierungsinstrument für junge Leiter.
Schulen: Das Programm hilft bei der Entwicklung außerunterrichtlicher Angebote, der Anerkennungskultur und des pädagogischen Profils. In der Ganztagesbetreuung bietet es Schulen und Teilnehmern Orientierung.
Unternehmen: Mitarbeiter mit Kompetenzen wie Selbstvertrauen, Problemlösungsfertigkeiten und der Fähigkeit zur Arbeit im Team, die das Programm entwickelt, sind sehr wichtig.
Benachteiligte: Durch seine positive Ausrichtung ist das Programm ein effektives Instrument für die Arbeit mit benachteiligten jungen Menschen oder Jugendlichen, die von der „normalen“ Jugendarbeit oder Jugendhilfe nicht erreicht werden.
Gemeinwesen: Das Programm bietet eine Struktur zur Unterstützung von Arbeitsansätzen in den Bereichen bürgerschaftliches Engagement, soziale Integration und ehrenamtlicher Einsatz im Gemeinwesen.
Unterstützende Organisationen
Unterstützende Organisationen fördern die Programmarbeit, ohne selbst Programmanbieter zu sein. Mögliche Aufgabenbereiche sind:
Design neuer Tätigkeitsprofile;
Beratung in Sicherheitsfragen;
Teamtrainings für Helfer oder Multiplikatoren;
Ausbildung von Programmteilnehmern im Programmteil Expeditionen;
gezielte Öffentlichkeitsarbeit für das Programm.
Wie Programmanbieter sind überörtliche Unterstützungsorganisationen im Auftrag des Trägervereins eigenverantwortlich und damit auch auf eigene Kosten tätig. Grundlage der Tätigkeit ist statt des – immer gleichen – Lizenzvertrages ein spezielles Kooperationsabkommen.
Außer Programmanbietern dürfen nur Unterstützungsorganisationen das Logo des Internationalen Jugendprogramms benutzen. Sie sind in einer speziellen Übersicht aufgelistet und werden zu allen wichtigen Seminaren und Ereignissen eingeladen.
Das weltweite Programm
Das Programm wurde 1956 in Großbritannien unter der Schirmherrschaft von Prinz Philip als „The Duke of Edinburgh‘s Award“ eingeführt.
Fast ebenso schnell, wie das Programm eingeführt wurde, übernahmen es Schulen und Jugendgruppen in anderen Ländern: wegen seiner Flexibilität kann es leicht in unterschiedliche Kulturen und Gesellschaften eingepasst und integriert werden. Der grundlegende Inhalt bleibt rund um die Welt gleich, aber die Aktivitäten in den Programmteilen werden an die unterschiedlichen Bedürfnisse junger Menschen in den einzelnen Ländern angeglichen.
Nachdem sich das Programm vor allem über die Länder des Commonwealth – aber z.B. auch im frankophonen Afrika – rund um den Globus ausgebreitet hatte, wurde im Mai 1988 im Rahmen eines Welttreffens in Brisbane in Australien die „Internationale Assoziation des Duke of Edinburgh’s Award“ gegründet. Diese
überwacht weltweit die Einhaltung der Programmprinzipien;
erkennt durch die Mitgliedschaft Nationale Programmherausgeber an;
dient als Forum für Diskussion und Kommunikation unter den Nationalen Programmherausgebern, z.B. über den alle drei Jahre stattfindenden Weltkongress („Internationales Forum“);
ist der Träger des „Internationalen Sekretariats“ mit Sitz in London.
Derzeit gibt es ca. 60 nationale Programme und in einer ähnlichen Zahl von Ländern über 150 einzelne, direkt vom Internationalen Sekretariat betreute Stellen, die mit dem Programm arbeiteten („Independent Operators“). Deutschland gehört zur Jugendprogramm-Region „Europa, Mittelmeer und Arabische Staaten“ (EMAS).
