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Der Menüpunkt „Programm“ führt zu den zwölf Kapiteln des Online-Handbuchs, dem aktuellen Kompendium zum Internationalen Jugendprogramm. Schriftliche Auszüge finden sich unter „Medien“ in der Bibliothek zum Herunterladen.

 

Beobachten, Dokumentieren und Bericht

Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.

Textnummer: 672200

Erstellt am 2009/06/06, zuletzt geändert am 2009/07/03

Mit der Zielsetzung als sachlichem Fokus ihrer Expedition plant die Gruppe auch von Anfang an die Art und Weise, wie sie während der Tour die entsprechenden Arbeiten dokumentieren und im Bericht geeignet präsentieren will.

Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.

Textnummer:

Erstellt am: , geändert am:

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Mit der Zielsetzung als sachlichem Fokus ihrer Expedition plant die Gruppe auch von Anfang an die Art und Weise, wie sie während der Tour die entsprechenden Arbeiten dokumentieren und im Bericht geeignet präsentieren will.

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Zielsetzung

Wie im Handbuch beschrieben und an vielen Beispielen dargestellt, muss jede Expedition einen klar definierten sachlichen Fokus besitzen. Die Gruppe einigt sich gleich zu Beginn auf eine solche über den erfolgreichen Abschluss einer herausfordernden Tour hinausgehende Zielsetzung, so dass die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen der Ausbildung (vgl. die Stoffpläne für die einzelnen Programmstufen) vermittelt werden können.

Umgebung der Abschlussunternehmung und deren Zielsetzung müssen deshalb zusammen passen. Die Expeditionsgrundsätze schließen grundsätzlich Arbeiten aus, die für die Dörfer, Siedlungen besucht oder die örtliche Bevölkerung kontaktiert werden müsste. Wenn es aber die Zielsetzung verlangt, darf die Gruppe einen solchen Ort für Recherchezwecke vor der eigentlichen Expedition aufzusuchen. Bei einer Abschlussunternehmung „Auf den Spuren der Römer“ im Wildnisgebiet Odenwald wäre es zum Beispiel sinnvoll, in der Akklimatisierungsphase einen halben Tag im Römermuseum in Osterburken zu verbringen, sich dort nochmals gründlich von einem Experten informieren und sich auf den Fokus der Expedition einstimmen zu lassen.

Die Zielsetzung wird im Anmeldeformular für Unternehmungen in Wildnisgebieten angegeben und zusammen mit den damit verbundenen praktischen Tätigkeiten in der Streckentabelle im Detail ausgewiesen. Nach Abschluss der Unternehmung werden diese im Bericht abschließend dargestellt.

Bericht

Allgemeines

Wegen dieser engen Beziehung der Zielsetzung und der damit verbunden Aktivitäten auf der einen und dem Bericht auf der anderen Seite, muss auch der Bericht von Anfang an geplant werden. So können alle weiteren Phasen des Expeditionsprozesses zu dessen Erstellung beitragen und helfen, passende Formen für Beobachtung und Dokumentation zu finden.

Die Entscheidung über die Art und Form des Berichts liegt in der Verantwortung der Teilnehmer. Er kann schriftlich, mündlich, photographisch oder bildlich, per Audio, Video, Theaterstück, jeder anderen sinnvollen Form oder auch in einer Kombination solcher Formen erfolgen. Die Herstellung kann einzeln, im kleinen Kreis oder in der Gesamtgruppe erfolgen. Es kommt oft vor, dass sogar zwei Berichte angefertigt werden – eine Präsentation für Familie, Freunde und Bekannte und ein schriftlicher Rückblick als dauerhafte persönliche Erinnerung. Unabhängig von Art und Form muss immer der Einzelbeitrag jedes Gruppenmitglieds erkennbar sein.

Auch die Entscheidung darüber, wer den Bericht entgegennehmen und begutachten soll, liegt in den Händen der Teilnehmer. Jeder Erwachsene, der an der Vorbereitung oder Durchführung der Expedition beteiligt war und die Teilnehmer hinreichend gut genug kennt, um ihre Arbeiten angemessen würdigen zu können, kommt dafür infrage: Ausbilder, Aufsichtsperson, Gutachter oder der Leiter selbst. Wie auch in den anderen Programmteilen sind Familienangehörige als Gutachter ausgeschlossen.

Dieses breite Spektrum an Möglichkeiten ermöglicht es den Teilnehmern, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und für alle möglichen Vorlieben und Ressourcen eine gute Lösung finden zu können. Gleichzeitig soll so verhindert werden, dass der Programmteil Expeditionen nur wegen eines möglicherweise „ungeliebten“ Berichts nicht abgeschlossen wird – was leider immer wieder vorkommt. Wie die Zielsetzung werden auch Form und Adressat des Berichts im Anmeldeformular aufgeführt.

Mediale Berichte

In ein Schriftstück oder ein anderes geeignetes Medium „verewigte“ Berichte, die erst nach einer gewissen Zeit vorgelegt werden, lassen viel Raum für Reflexion und Struktur und bieten sich an für gut dokumentierte Erkundungen oder Untersuchungen während der Tour. Sie können leicht durch Fotos, Zeichnungen, Skizzen und Diagramme ergänzt und untermalt werden. Außerdem hat diese Berichtsform den Vorteil, dass die mit der Expedition verbunden Leistung dauerhaft festgehalten wird. Die Präsentation kann in Form einer handschriftlichen oder getippten Broschüre, elektronisch oder zum Beispiel auch als Blog erfolgen.

Andere Formen bieten vielleicht mehr Raum für Einfallsreichtum und Phantasie. Jede ästhetische Ausdrucksform ist möglich – vom Portfolio mit Fotos, Zeichnungen, Gemälden, Gedichten oder Liedern über den Videoclip bis zum Podcast.

Mündliche Präsentationen

Auch Teilnehmer, die sich für einen mündlichen Bericht entscheiden, müssen sich hierfür über die Beobachtungen und Dokumentation während der Tour hinaus gründlich vorbereiten. Auch er steht in direktem Bezug zur Zielsetzung und darf deshalb auf keinen Fall mit dem Schlussgespräch, das unmittelbar am Ende der Tour stattfindet, verwechselt werden.

Wenn die entsprechenden Vorkehrungen getroffen waren, können mündliche Berichte dem Gutachter vor der Abreise aus dem Expeditionsgebiet vorgetragen werden. Bei Expeditionen in Wildnisgebieten müssen diese Absprachen spätestens bis beim Einreichen der Anmeldungsunterlagen getätigt sein. Zu den Vorkehrungen gehört nicht nur genügend Vorbereitungszeit, sondern auch das Bereitstellen der technischen Hilfsmittel zur Untermalung der Vorträge durch Fotos und Zeichnungen sowie der während der Tour erstellten Dokumentation. Möglicherweise soll der mündliche Bericht ja auch per Video dokumentiert werden.

Diese Lösung hat den Vorteil, dass der Programmteil Expeditionen mit der Rückreise abgeschlossen ist und alle Probleme, die gegebenenfalls mit einem oder gar mehreren späteren Treffen verbunden sind, vermieden werden. Er ist deshalb eine sinnvolle Option vor allem für Gruppen, die die Expedition am Ende ihrer Schulzeit durchführen und keine „medialen“ Einzelberichte anfertigen wollen. Auch bei „Offenen Goldunternehmungen“ werden mündliche Berichte häufig eingesetzt.

Eine mündliche Präsentation ist nicht weniger zeitaufwendig als jede andere Form, ganz im Gegenteil. Die Vorbereitung umfasst die Reflexion der Expedition einschließlich der Aufbereitung der während der Tour erstellten Dokumentation und anschließend die Vorbereitung der Präsentation selbst – vom Gesamtablauf bis zu den Einzelbeiträgen und den illustrierenden Medien. Die Zeit, die für die Präsentation selbst benötigt wird, ist dann nicht einmal so groß: je besser die Vorbereitung ist, desto mehr gelingt es auch, den Bericht „auf den Punkt“ zu bringen.

Für die Vorbereitung und die Präsentation selbst wird nicht nur hinreichend Zeit, sondern auch ein passender Ort benötigt. Das kann eine Hütte oder ein einfacher Raum auf einem Zeltplatz sein, ein Klassenzimmer, ein Nebenzimmer in einer Jugendherberge oder einem Restaurant. Wichtig ist nur, dass die benötigten technischen Hilfsmittel zur Verfügung stehen und die Präsentation in einem angemessenen Rahmen erfolgen kann. Aufsichtsperson und Gutachter dürfen bei der Vorbereitung bei Bedarf Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Viele Gruppen tragen ihren mündlichen Bericht einige Zeit nach der Expedition in einer speziellen Veranstaltung für Eltern, Freunde, Helfer und Unterstützer oder einem Informationsabend zum Programm an der Schule vor. Es sollte aber auch nicht zu viel Zeit zwischen Expedition und mündlichem Bericht liegen, da sich die Vorbereitung dann sehr mühsam gestalten kann.

Gruppen- und Einzelpräsentationen

Die Präsentation kann einzeln, in Tandems oder kleinen Teams und auch in der gesamten Gruppe vorbereitet werden. In jedem Fall müssen die Mitwirkung und der Beitrag jedes einzelnen bei der Expedition selbst und bei der Vorbereitung des Berichts zum Ausdruck kommen.

Bei einer Gruppenarbeit muss derjenige, der den Bericht entgegennimmt, wer für deren unterschiedliche Aspekte oder Bestandteile wie Bilder, Diagramme, Fotos, Kartenzeichnungen oder Einzeltexte verantwortlich ist. Jedes Gruppenmitglied sollte ein eigenes Exemplar erstellen und als wichtige Erinnerung gut aufbewahren.

Beobachten und Dokumentieren

Beobachten

Beim Beobachten handelt es sich um eine Fertigkeit, die über die Praxis entwickelt wird. Sie verlangt Konzentration und genügend Zeit, um die Aufmerksamkeit von anderen wichtigen Dingen zu lösen. Auch Einsamkeit kann ein wichtiger Faktor sein – sogar während einer Gruppenunternehmung wie einer Expedition im Rahmen des Internationalen Jugendprogramms. Manche können die für Beobachtung bestimmter Details erforderliche Konzentration sogar inmitten einer ganzen Gruppe aufbringen.

Vor allem in der Natur kommt es darauf an, nicht nur, wie es leider oft vorkommt, mit den Augen, sondern mit allen Sinnen zu beobachten und sich passende Formen der Dokumentation zu überlegen.

Dokumentieren

Die Vorbereitung der Präsentation ist umso leichter, je besser sich die Gruppe damit bereits vor und während der Expedition beschäftigt hat. Jeder Teilnehmer notiert in einem (wasserdicht verpackten) Notizblock die Ereignisse, die sich während jeden Tages zugetragen haben. Über den „normalen“ Tagesablauf wie zum Beispiel die Start- und Ankunftszeit im Biwak und vor allem den Arbeiten in Verbindung mit der Zielsetzung hinaus sollten vor allem auch Gefühle und Stimmungen „eingefangen“ werden. Viel interessanter als die Beschreibung der Einzelgänge des Abendessens, die ja bereits in der Planung enthalten sind, ist das Dokumentieren der Gedanken, die sich die Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeiten über ihre Expedition machen, von lustigen Begebnissen und Ereignissen, von Erfüllung und Enttäuschung, von der Erfahrung persönlicher Grenzen sowie von neuen Sichten auf die eigene Person und die anderen Gruppenmitglieder.

Die Teilnehmer legen bei der Vorbereitung fest, welche „Technik“ sie zur Dokumentation der Arbeiten in Verbindung mit der Zielsetzung sowie der Erlebnisse und Erfahrungen während der Expedition verwenden wollen. Ihr Einsatz um Umfeld einer Expedition wird bei den Probetouren geübt – unabhängig davon, ob sie bekannt oder unbekannt ist.

Der obligatorische Spiralblock wird inzwischen bei den meisten Teilnehmern durch eine ebenso handliche Digitalkamera ergänzt, da sich später leicht eine CD oder DVD mit den Bildern erstellen lässt. Die Kameras werden am besten in einer handelsüblichen Box wasserdicht verpackt. Außerdem sollten genügend Ersatzbatterien und für eine gezielte Fotodokumentation unbedingt auch weitere Speicherkarten bzw. USB-Sticks mitgenommen und mindestens eine Ersatzkamera mitgenommen werden.

Mit zunehmender Miniaturisierung werden nicht nur Diktiergeräte, sondern auch Camcorder für die Dokumentation immer beliebter. Auch hier dürfen genügend Ersatzbatterien oder mit Solarenergie betriebene Ladegeräte nicht fehlen. Aufsichtsperson oder der Gutachter dürfen die Batterien über Nacht aufladen. Falls für die Arbeiten an der Zielsetzung bzw. den Bericht die Videoaufzeichnungen entscheidend sind, sollte im Basislager ein Ersatzgerät bereitgehalten werden.

Manche Beobachtungen oder Eindrücke lassen sich mit Worten oder auch mit Fotos nur unzureichend beschreiben. Farbstifte bzw. Farben und Pinsel in Verbindung mit einem kleinen Zeichenblock können hier eine gute Ergänzung sein – ohne viel Platz zu benötigen!